Boreout? Warum langweilige Aufgaben nicht in die Kreditorenbuchhaltung gehören & wie die Digitalisierung Abhilfe schafft

Boreout ist als Konsequenz von Langeweile und Unterforderung am Arbeitsplatz ein wichtiges Problem in der deutschen Arbeitswelt. Gerade in der Kreditorenbuchhaltung lassen sich viele eintönige und sich wiederholende Aufgaben finden, welche zur Demotivation seitens der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer führen. Diese manuellen Aufgaben können durch digitale Lösungen effizient automatisiert werden. Warum diese Entwicklung für zukunftsorientierte Unternehmen unbedingt notwendig ist, lesen Sie in folgendem Artikel.

Burnout vs. Boreout

Das Telefon klingelt, während wir drei Aufgaben gleichzeitig erledigen, parallel die Kinder aus dem Home Office heraus beschäftigen müssen und sich das E-Mail-Postfach sukzessive füllt… Stress, Überlastung und Überforderung im Job enden im schlimmsten Fall in einem uns allen bekannten Burnout. Dieses Problem in unserer Berufswelt wurde bereits mehrfach diskutiert und die Folgen für unsere Gesellschaft liegen klar auf der Hand.

Was ist jedoch mit dem eher weniger bekannten „Boreout“? Dieser Begriff umschreibt exakt das Gegenteil des Burnouts, wobei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund von Langeweile und Unterforderung ebenfalls unter einer Belastung leiden. Ihr Potential und ihre Kreativität bleiben ungenutzt und die Betroffenen fühlen sich nicht gewürdigt, was sich negativ auf die Motivation auswirkt und zu einer gesundheitlichen Belastung führt. Dies wiederum hat einen Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens. Die Consultants Philippe Rothlin und Peter Werder schätzen in ihrem Buch den gesamtwirtschaftlichen Schaden durch Boreout in Deutschland auf über 250 Milliarden Euro. Eine Befragung des Personaldienstleisters Robert Half, bei welchem 500 Führungskräfte in Deutschland teilnahmen1, hat ergeben, dass fast ein Drittel die Unterforderung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Auslöser von Langeweile am Arbeitsplatz hält. Auch mangelnde Vielfalt oder Abwechslungsreichtum innerhalb des Jobs sowie Routinetätigkeiten wurden als Gründe genannt.

Das Thema Boreout stellt somit eine wichtige Diskussion dar, die wir unbedingt führen sollten, um psychologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Abschwünge zu vermeiden.

Langweilige und repetitive Aufgaben

Routine kann Sicherheit und Stabilität im Arbeitsumfeld bedeuten. Wiederholen sich jedoch die gleichen Aufgaben immer und immer wieder, wird die Routine schnell zur Langeweile und demotiviert die Arbeitenden langfristig.

Unternehmen sind hier die eigentlichen Vorreiter, wenn sie Werte und Visionen an ihre externen Stakeholdern kommunizieren und Themen wie Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung betonen. Die Bedeutsamkeit des Unternehmens wird also zur unangefochtenen Tatsache gemacht, was ist aber mit der Bedeutsamkeit jedes Einzelnen? Wie trägt die eigene Leistung im Beruf zum Erfolg des Unternehmens bei? Schafft die individuelle Arbeit überhaupt einen Mehrwert für den Arbeitgeber?

Laut Harvard Business Review zeigen neueste Erkenntnisse über die Bedeutsamkeit der Arbeit, dass mehr als 9 von 10 Arbeitnehmer sogar bereit wären, einen Teil ihres Einkommens für einen größeren Sinn bei der Arbeit einzutauschen.2 Die Kommunikation der Bedeutsamkeit auf dieser Mikroebene zwischen Unternehmensführung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern findet jedoch häufig nicht statt, wirkt aber als Beschleuniger für die Langeweile am Arbeitsplatz. Gerade die Generation Z erwartet von ihrem beruflichen Handeln eine hohe Bedeutsamkeit. Diese Erkenntnis ist nicht außer Acht zu lassen, da diese Generation im Jahre 2025 bereits 27 Prozent der Beschäftigten ausmachen wird.3

Im Bezug zur Kreditorenbuchhaltung lässt sich eine Vielzahl an repetitiven Aufgaben finden, welche ein Gros der gesamten Arbeitsleistung ausmachen. Hierzu gehört vor allem das manuelle Erfassen von einzelnen Eingangsrechnungen sowie die aufwändige Kontrolle der eingegebenen Daten am Monitor. Das Potential für menschliche Fehler ist trotz jahrelanger Ausübung dieser Tätigkeit vorhanden und stellt einen weiteren Faktor für die Demotivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar. Zudem ist die Leistung nicht direkt messbar. Zwar ist häufig mit einem Blick auf den Dokumentenstapel ersichtlich, wie viele Rechnungen pro Arbeitstag erfasst wurden, jedoch existieren keine Leistungsparameter wie etwa die Eingabegeschwindigkeit oder das Erreichen von Zielen.

Wie lässt sich das Problem lösen?

Eine Automatisierung der Rechnungserfassung in der Kreditorenbuchhaltung schafft eine digitale Grundlage, die mehr Zeit für höherwertige Aufgaben einräumt. Allumfassende Softwarelösungen automatisieren durch moderne Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) oder Robotic Process Automation (RPA) nicht nur den Prozess der Rechnungseingangsprozesse, auch bieten sie weitere wichtige Features wie die mobile Freigabe von Rechnungen, Kommunikationstools für den Austausch mit Lieferanten und intelligente Dashboards zur Performance. Laut einer Studie des International Journals of Techniques im Jahre 2018 ist die RPA-Implementierung mehr als nur eine Technologieimplementierung und automatisiert nicht nur Geschäftsprozesse, sondern ermöglicht es Unternehmen, Engpässe in Geschäftsprozessen zu identifizieren und Geschäftsprozesse zu vereinfachen/standardisieren.4

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kreditorenbuchhaltung haben dank dieser digitalen Stütze nun die Chance, sich auf anspruchsvolle Aufgaben zu konzentrieren. Hierzu gehören etwa Kontenabstimmungen, das Lösen von Sonderfällen, das Vorbereiten auf Audits, Prozessverbesserungen, die Verwaltung offener Posten, Weiterbildungen oder Jahresabschlussarbeiten.

Doch warum haben letztendlich nicht schon alle Unternehmen ihre Kreditorenbuchhaltung in das digitale Zeitalter versetzt? In einer repräsentativen Befragung der Bertelsmann Stiftung gaben 38 Prozent an, dass sie in einem „etwas digitalen“ Umfeld arbeiten. Ganze 22 Prozent der Befragten und somit jeder fünfte Erwerbstätige sagen, dass ihr Unternehmen kaum bzw. noch nicht in der digitalen Welt angekommen ist.5 Gründe hierfür könnten die Angst vor Veränderung, mangelnde Kenntnisse, eine stark konservative Unternehmensführung sowie fehlende Kapazitäten sein. Diese Gründe sind jedoch – und vor allem in Anbetracht der Dringlichkeit von digitalisierten Prozessen – unbegründet.

Die Chance zur Digitalisierung ergreifen

Die bereits genannten digitalen Features für einen modernen Rechnungseingang finden sich etwa in der Procure-to-Pay-Suite von Esker wider. Die Lösung vernetzt Unternehmen vollständig, indem sie sich über den gesamten Procure-to-Pay-Prozess erstreckt. Hierzu gehört neben der automatisierten, KI-basierten Datenerfassung von Eingangsrechnungen auch ein effektives Lieferantenmanagement, welches Lieferanten stärker in das Unternehmen einbindet und ihre Daten zentralisiert. Die Lösung zur Beschaffung zeichnet sich durch ein nutzerfreundliches Einkaufserlebnis aus, bei welchem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus einem zuvor definierten Katalog bestellen können. Weitere digitale Tools zum Vertragsmanagement, Ausgabenmanagement sowie zur Zahlung und Skonti runden die P2P-Suite von Esker ab. Eine umfassende Demo der Lösungen schafft hierbei einen Überblick über die Leistungen und erleichtert den Schritt zu einem digitalen Rechnungseingang deutlich.

Die Digitalisierung holistischer Unternehmensprozesse sowie deren gleichzeitige Optimierung sind ein notwendiger Schritt, um den Procure-to-Pay-Zyklus sowie die involvierten Arbeitsplätze in ihrer Aufgabengestaltung bereit für die Zukunft zu machen. Die genannten Lösungen schaffen einen digitalen Mehrwert und eine Arbeitserleichterung, die im Jahre 2022 nicht nur angebracht ist, sondern dringend benötigt wird. Schlussendlich wird die Motivation, Loyalität und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von diesem Schritt in Richtung Digitalisierung abhängig sein.

Über Esker

Esker bietet eine globale Cloud-Plattform zur Automatisierung von Dokumentenprozessen und unterstützt Finanz- und Kundendienstabteilungen bei der digitalen Transformation in den Bereichen Order-to-Cash (O2C) und Procure-to-Pay (P2P). Die Lösungen von Esker werden weltweit eingesetzt und beinhalten Technologien wie künstliche Intelligenz (KI), um die Produktivität und die Transparenz im Unternehmen zu erhöhen. Zugleich wird damit die Zusammenarbeit von Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern gestärkt. Esker verfügt über Niederlassungen in Nord- und Lateinamerika, Europa und im Asien-Pazifik-Raum, wobei sich die deutschen Standorte in Feldkirchen/München und Ratingen befinden. Das in Frankreich börsennotierte Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2021 einen Umsatz von 133 Millionen Euro, zwei Drittel davon außerhalb Frankreichs. Weitere Informationen über Esker und die Lösungen des Unternehmens finden Sie unter: www.esker.de und blog.esker.de.

1 https://www.roberthalf.de/presse/ein-arbeitstag-langeweile-pro-woche (abgerufen am 22. Februar 2022)
2 https://hbr.org/2018/11/9-out-of-10-people-are-willing-to-earn-less-money-to-do-more-meaningful-work (abgerufen am 22. Februar 2022)
3 https://mccrindle.com.au/insights/blogarchive/gen-z-and-gen-alpha-infographic-update/ (abgerufen am 22. Februar 2022)
4 http://www.ijctjournal.org/Volume5/Issue6/IJCT-V5I6P3.pdf (abgerufen am 22. Februar 2022)
5 https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unternehmen-digital (abgerufen am 22. Februar 2022)

Kai Immisch

Marketing Manager bei Esker Software GmbH mit Fokus auf Procure-to-Pay und verantwortlich für alles rund um Marketing, Website und Content.

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