EDI für Einsteiger IV: Was ist eine EDI-Cloud?

In unserer Serie “EDI für Einsteiger” stellen wir EDI-Interessierten alle Informationen zur Verfügung, die für einen Start in die Welt des elektronischen Datenaustauschs wichtig sind. Wir erklären Grundbegriffe, grundlegende Funktionalitäten und erörtern Vorteile und Herausforderungen. Im vierten Teil beschäftigen wir uns mit der Funktion einer EDI-Cloud.

Was ist eine EDI-Cloud?

Um die EDI-Datenströme von einem Format ins andere umzuwandeln, werden EDI-Konverter eingesetzt. Diese Konverter können entweder als Inhouse-Lösung (mit einer eigenen EDI-Software) implementiert oder im Cloud-Service genutzt werden.

Im Idealfall binden sich beide Unternehmen, die miteinander EDI-Daten austauschen möchten, vor der Aufnahme des Datenaustauschs an die Cloud an. Die Anbindung an die EDI-Cloud kann auf verschiedenen Wegen erfolgen (siehe dazu EDI für Einsteiger II: Übertragungswege).

Wenn Unternehmen A eine Nachricht an Unternehmen B senden möchte, schickt es seine EDI-Datei an die Cloud. In der EDI-Cloud werden die eingehenden Formate (z.B. eine Bestellung im EDIFACT-Subset EANCOM) in ein Zwischenformat “übersetzt” (also konvertiert). Aus dem Zwischenformat wird in einer zweiten Konvertierung die EDI-Nachricht im Zielformat erstellt (z.B. eine Bestellung im SAP-konformen IDoc-Format). Aus der Cloud heraus wird die fertige Datei an den Empfänger zugestellt. Dieser Vorgang dauert in der Regel nur wenige Minuten.

EDI-Clouds werden im Regelfall von spezialisierten Dienstleistern betrieben.

Funktionsschema EDI-Cloud

Welche Vorteile bringt der Einsatz?

Bei der Nutzung einer Cloud-Lösung fallen die typischen Anfangsinvestitionen einer Inhouse-Umsetzung weg: Es muss weder Hardware angeschafft noch die Konvertersoftware inkl. der Kommunikations- und eventuell einer Archivierungssoftware lizenziert und installiert werden. Darüber hinaus kann die bestehende IT-Landschaft so bestehen bleiben (“Never change a running system!”). Ebenso wird die IT-Abteilung vom EDI-Betrieb entlastet und das benötigte Fachwissen muss nicht ständig vorgehalten werden, da der Dienstleister den EDI-Betrieb komplett oder zu großen Teilen übernimmt.

Zur Nutzung der Cloud-Lösung wird lediglich eine datentechnische Verbindung zwischen dem Unternehmen und der Cloud des Dienstleisters aufgebaut, da die EDI-Partner des Unternehmens an die Cloud und nicht – wie bei einer Inhouse-Lösung – an die unternehmenseigenen Systeme angebunden werden. Das hat den Vorteil, dass einem Unternehmen eine einzige EDI-Schnittstelle genügt, um den gesamten EDI-Betrieb abzuwickeln.

Die Partner können verschiedenste Formate über verschiedenste Übertragungswege senden und/oder empfangen. Für jeden Partner wird ein “EDI-Pfad” gelegt, der dafür sorgt, dass die Daten sauber umgewandelt und störungsfrei von einem Partner zum anderen fließen.

Fazit

Der Einsatz einer EDI-Cloud entlastet Unternehmen vom durchaus komplexen und mit hohen Investitionen begleiteten Inhouse-EDI. Mit einer einzigen Schnittstelle kann der gesamte EDI-Betrieb abgewickelt werden. Eigenes EDI-Know-how ist theoretisch nicht nötig.

Mit diesem Teil schließen wir die Serie “EDI für Einsteiger” vorerst ab. Als weitergehende Lektüre empfehlen wir Ihnen unser kostenloses White Paper “How to solve the 5 biggest EDI challenges”, in dem Sie erfahren, wie Sie typischen EDI-Hemnissen begegnen und sie lösen. Hier geht es direkt zum Download: How to solve the 5 biggest EDI challenges

Hier finden Sie die anderen Teile der Serie:

EDI für Einsteiger I: Was ist elektronischer Datenaustausch?
EDI für Einsteiger II: Übertragungswege
EDI für Einsteiger III: Nachrichtenstandards und -arten


Peter Gatzen

Marketing Manager bei Esker Deutschland mit Fokus auf Debitorenbuchhaltung und elektronischem Datenaustausch (EDI).

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