Quiet Quitting verhindern – Was hinter dem Social Media Trend steckt & wie KI das Problem lösen kann

Vielleicht ist uns der Begriff „Quiet Quitting“ schon einmal in den sozialen Medien begegnet und wir wissen bereits exakt, worum es geht. Falls nein – kein Problem. Wir fragen uns in dieser Woche nämlich: Was genau steckt hinter dem Social Media Trend? Was hat die Gen Z damit zu tun? Welche Gründe gibt es für Quiet Quitting und wie können moderne Technologien wie künstliche Intelligenz unterstützen?

Was ist Quiet Quitting?

„Quiet Quitting” (auf Deutsch etwa „stille Kündigung“) bedeutet, dass Mitarbeitende die Mindestanforderungen des Arbeitsplatzes erfüllen, jedoch nicht mehr Zeit oder Enthusiasmus aufwenden als unbedingt nötig1. Hierzu zählt zum Beispiel das Denken über den Tellerrand hinaus, die Entwicklung von innovativen Ideen, das Leisten von Überstunden, Eigeninitiative bei der Bearbeitung von Projekten oder das Initiieren dieser.

Die Bezeichnung Quiet Quitting ist also eigentlich irreführend, da die Arbeitsnehmerin oder der Arbeitnehmer nicht kündigt, sondern weiterhin im Unternehmen bleibt und auch das Gehalt bezieht. Auch sollte der Begriff nicht mit der „inneren Kündigung“ verwechselt werden, bei der bereits ein Entschluss gefasst wurde, das Unternehmen zu verlassen.

Mitarbeitende, die von Quiet Quitting betroffen sind, sollen mindestens 50 % der US-amerikanischen Beschäftigten ausmachen2. Die Frage ist zwar, inwieweit diese Zahlen tatsächlich stimmen und für den deutschen Arbeitsmarkt zutreffen, jedoch möchte kein Unternehmen seine besten Talente an die Sphären der Demotivation und Antriebslosigkeit verlieren. Ignorieren Unternehmen diese Gefahr, führt dies langfristig zu einer demotivierten und uninspirierten Belegschaft, die sich nicht nur selbst, sondern auch Kunden und Lieferanten mit einem Minimum an Einsatz begegnet. Dies spiegelt sich ebenfalls im Umsatz und in der Wettbewerbsfähigkeit wider. Daher sind Bestrebungen notwendig, Mitarbeitenden ein positives und gesundes Arbeitsumfeld zu bieten, das durch abwechslungsreiche und spannende Aufgaben und Weiterentwicklungschancen geprägt ist.

Quiet Quitting & die Generation Z

Die Hintergründe für Quiet Quitting lassen sich am Beispiel der Generation Z erläutern, die sehr bald einen großen Anteil der Arbeitskräfte ausmachen wird und stetig an Relevanz am Arbeitsmarkt gewinnt. Einer Umfrage aus diesem Jahr zufolge ist eine gute Work/Life-Balance bei der Generation Z das wichtigste Merkmal, wenn es um die Auswahl ihres Arbeitsplatzes geht; gefolgt von Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten, monetären Aspekten und positiver Arbeitsplatzkultur (>14.000 befragte Vertreterinnen und Vertreter der Gen Z)3. Bei der Generation Y (Millennials) sehen die Prioritäten ähnlich aus. Gerade die beruflichen Zukunftsperspektiven oder kulturelle Beschaffenheiten des Arbeitsplatzes sind ganz klar Determinanten für die Vermeidung (oder das Fördern) von Quit Quitting.

Die Gründe für Quiet Quitting

Wählen wir jedoch einen allgemeingültigeren Ansatz zur Bewertung der Gründe des Quiet Quitting, lassen sich schnell wiederkehrende Muster erkennen, welche die Ursache des Problems sind. Wir unterscheiden hierbei zwischen zwei Dimensionen: grundlegenden Fehlern in Prozessen und kritischem Führungsverhalten. Anhand von Procure-to-Pay-Prozessen, die sämtliche Schritte von der Beschaffung bis hin zur Zahlung abbilden, schauen wir uns die Gefahren an, aus denen Quiet Quitting entstehen kann.

#1 Manuelle & teilautomatisierte Prozesse

Immer noch herrschen in Einkaufs- und Buchhaltungsabteilungen manuelle oder lediglich teilautomatisierte Prozesse vor, die für viele Mitarbeitende ein Gros ihrer Arbeit ausmachen. Im Falle der untersuchten Procure-to-Pay-Prozesse sind dies beispielsweise das Bestellen von Waren und Dienstleistungen, Korrespondenzen über aktuelle Bestellstatus, das manuelle Erfassen von Eingangsrechnungen, die Ablage von Rechnungen, oder die unternehmensinterne Weiterleitung von papierbasierten Dokumenten. Dies stellt selbst bei teilautomatisierten Prozessen einen exzessiven Workload dar, den Mitarbeitende als repetitiv und eintönig empfinden. Wie sollte nun demnach eine motivierte und leistungsfähige Belegschaft heranreifen?

Tatsächlich kann diese Form der Back-Office-Arbeit durch Software mit künstlicher Intelligenz (KI) übernommen werden. Unternehmen können durch den Einsatz von KI-basierter Procure-to-Pay-Software Mitarbeitenden Zeit für hochwertige und wertschöpfende Aufgaben verschaffen, wodurch ebenfalls die Motivation stiegt. Somit kann uns die Technologie dabei helfen, exzessive Arbeitsbelastungen zu bewältigen und uns manuelle Aufgaben abnehmen. Die Digitalisierung kann uns in den Bereichen Lieferantenmanagement, Vertragsmanagement, Beschaffung, elektronischer Rechnungseingang, Ausgabenmanagement und Zahlung effektiv unterstützen. Mitarbeitende geraten somit nicht mehr in Situationen, in denen sie jeden Tag ihren Job verlassen und genau wissen, dass sie zu einem unüberwindbaren Arbeitspensum zurückkehren müssen.

#2 Kritisches Führungsverhalten

Neben mangelhaften Prozessen wird auch ein fehlerhaftes Führungsverhalten als Ursache für Quiet Quitting gesehen4. Nachteilig wirken sich mangelnde Unterstützung, Verständnis, Motivation und Inspiration auf die Mitarbeitenden aus. Kommen dann noch mühsame Prozesse und eine schlechte Vergütung hinzu, ist Quiet Quitting keine Überraschung mehr.

Hingegen wirken sich offene Feedbackgespräche, langfristige Ziele und eine positive Arbeitsatmosphäre positiv aus. Auch ein Blick auf die Arbeitszeiten ist hilfreich, um Demotivation gar nicht erst aufkommen zu lassen: Werden bei einzelnen Mitarbeitenden häufig Überstunden geleistet? Warum kommt es dazu? Ist er oder sie mit vielen manuellen Tätigkeiten ausgelastet?

Wie digitale Procure-to-Pay-Prozesse helfen

Am Ende spielen manuelle/teilautomatisiere Prozesse und Führungsverhalten zusammen, denn repetitive Aufgaben sind als Auslöser für mangelnde Wertschätzung und Überforderung vor allem Aufgabe von Führungskräften. Aus diesem Grund ergreifen CFOs, Abteilungsleiter und Prozessoptimierer dann die Chance zur Digitalisierung der entsprechenden Prozesse.

„Wir beobachten bei unseren Kunden immer öfter, dass Initiativen zur Digitalisierung von Procure-to-Pay-Prozessen aufgrund von manuellen und repetitiven Aufgaben initiiert werden. Unternehmen haben erkannt, dass eine Digitalisierung von Unternehmensprozessen ein wichtiger Zukunftsfaktor ist.“

Rafael Arto-Haumacher | Country Manager, Esker Deutschland

Eine Digitalisierung ermöglicht es, dass diese manuellen Arbeiten automatisiert erledigt werden und Mitarbeitende eine Reihe von verantwortungsvolleren, kreativeren und wertschöpfenden Aufgaben übernehmen können. Hierbei darf die berufliche Selbstverwirklichung nun aktiv eine Rolle spielen. Labels wie Quiet Quitting, Demotivation, Burnout bringen Unternehmen nur dann weiter, wenn sie das gemeinsame Kernproblem erkennen und sich dazu entschließen, Prozesse zu automatisieren, Mitarbeiter zu motivieren und ein zielgerichtetes Führungsverhalten leben.

Über Esker

Esker steht Ihnen als erfahrener Digitalisierungspartner zu Seite und bietet eine globale Cloud-Plattform zur Automatisierung von Dokumentenprozessen und unterstützt Finanz- und Kundendienstabteilungen bei der digitalen Transformation in den Bereichen Order-to-Cash (O2C) und Procure-to-Pay (P2P). Die Lösungen von Esker werden weltweit eingesetzt und beinhalten Technologien wie künstliche Intelligenz (KI), um die Produktivität und die Transparenz im Unternehmen zu erhöhen. Zugleich wird damit die Zusammenarbeit von Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern gestärkt. Esker verfügt über Niederlassungen in Nord- und Lateinamerika, Europa und im Asien-Pazifik-Raum, wobei sich die deutschen Standorte in Feldkirchen/München und Ratingen befinden. Das in Frankreich börsennotierte Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2021 einen Umsatz von 133 Millionen Euro, zwei Drittel davon außerhalb Frankreichs. Weitere Informationen über Esker und die Lösungen des Unternehmens finden Sie unter: www.esker.de und blog.esker.de.

Quellen:

1 Daugherty, G. (2022) What Is Quiet Quitting – and Is It a Real Trend?. Available from: https://www.investopedia.com/what-is-quiet-quitting-6743910 [Accessed 22 November 2022].

2 Harter, J. (2022) Is Quiet Quitting Real?. Available from: https://www.gallup.com/workplace/398306/quiet-quitting-real.aspx [Accessed 22 November 2022].

3 Statista (2022) Aus welchen Gründen haben Sie sich für Ihren jetzigen Arbeitgeber entschieden?. Available from: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1002306/umfrage/umfrage-unter-millennials-und-der-generation-z-zur-auswahl-eines-arbeitgebers/ [Accessed 22 November 2022].

4 Zenger, J. & Folkman, J. (2022) Quiet Quitting Is About Bad Bosses, Not Bad Employees. Harvard Business Review. Available from: https://hbr.org/2022/08/quiet-quitting-is-about-bad-bosses-not-bad-employees [Accessed 22 November 2022].

Kai Immisch

Marketing Manager bei Esker Software GmbH mit Fokus auf Procure-to-Pay und verantwortlich für alles rund um Marketing, Website und Content.

More Posts - Website